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Kippwürfel

2008, Holz, Lack, Gipsbinden,
90 x 90x 60 cm

Der in seinen zwölf Außenkanten beschriebene Kubus ist zusätzlich in achtzehn gleichgroße Segmente gegliedert. Am Raster dieser inneren Verstrebungen befestigt, schrauben, winden und schlingen sich sechs in Falten geraffte Gipstücher, die folgendermaßen angebracht worden sind: Wenn ein nass eingehängtes Tuch ausgehärtet und in seiner Form erstarrt ist, wird der Kubus auf eine andere seiner sechs möglichen Standflächen gestellt, um das nächste Tuch mit dieser neuen Orientierung zu verbinden. Die Schwerkraft herausfordernd, an DNA-Schleifen und mathematische Modelle erinnernd, schließt der Kippwürfel die Gleichzeitigkeit von sechs Dimensionen ein. Die
Schnelligkeit, mit der Gips abbindet, verkürzt die gestalterische Motivation auf die Länge des Gipstuches und die zwei Punkte, an denen es innerhalb des Kubus eingehängt wird. Das unendliche Potenzial immer neuer Formvariationen bleibt in dem erstarrten Faltenwurf eingeschrieben; in der Geste einer Bewegung, als ein nicht mehr zu wiederholender Augenblick.

Kippwürfel, 2008  

Kippwürfel, 2008